Facebook Interaktion
Marketing

Facebook-Fans, die nicht reagieren? Meine 3 Tipps für mehr Interaktion

Hey, warum sagt denn niemand etwas?

Kennst du das? Du hast schon länger eine Facebook-Seite mit zwischenzeitlich einigen hundert Fans. Und der allergrößte Fan ist du selbst: du postest regelmäßig, gibst dir alle Mühe und trotzdem: es reagiert kaum jemand.

Viel schlimmer: das flaue Gefühl im Magen wenn du unterhalb des letztes Beitrages siehst: „gesehen von 58 Personen“. Und das bei 698 Fans!

Deine befreundeten Fans erzählen dir nebenbei, dass sie schon lange nichts mehr von dir gelesen haben. Offenbar werden deine Beiträge gar nicht in deren Newsfeed angezeigt.

Wozu betreibst du also den ganzen Aufwand, wenn am Ende niemand mitmacht?

Ich hatte in den letzten Monaten fast zwei Hand voll solcher Herausforderungen. Allesamt mit großartigen Kunden. Sie hatten Seiten, die schon länger da waren und regelmäßig gefüttert wurden. Und trotzdem kam kein Dialog, keine Rückmeldung und nur sehr vereinzelt mal ein Daumen hoch.

Falls es dir auch so geht, habe  ich heute drei Tipps für dich, um (wieder) Leben in deine Facebook-Seite zu bringen.

Interaktion durch Menschlichkeit: Faktor Du

Fangen wir bei dir selbst an. Vermutlich hast du mit deinem Angebot weder die Bekanntheit von Coca-Cola noch das Budget von BMW. Es gibt aber einen Punkt, den du beiden Marken voraus hast: du – als Mensch. Und diese Greifbarkeit und Nähe, die du damit transportieren kannst, wirkt Wunder.

Schau dir also deine Seite in Ruhe an: Gibt es dort ein Bild von dir? Ja genau, von dir als Mensch. Ich meine kein makelloses Bild, das du irgendwo gekauft hast. Sondern eines, das dich selbst zeigt. Dein Lachen, deine Denkfalten, dein Leuchten in den Augen. Denn genau das unterscheidet dich von den vielen, vielen anderen Unternehmern, die eine vergleichbare Leistung anbieten.

Wo könnte ein Bild untergebracht werden? Ich selbst nutze sowohl das (kleine) Profilbild als auch das (große) Titelbild.

Das Profilbild muss auch in kleinem Format noch erkennbar sein, da es vor jedem deiner Beiträge steht. Falls du dich hier zeigen möchtest, wähle ein Bild, das dein Gesicht zeigt. Ganzkörperaufnahmen sind definitiv untauglich. Auch unbekannte Logos bei Solo-Unternehmern sind für den Faktor Nähe und Menschlichkeit wenig förderlich.

Das (große) Titelbild ist wesentlich flexibler nutzbar. Neben dir als Mensch kann hier auch ein wenig Text untergebracht werden. Früher gab es die Regel, dass maximal 20% des Titelbildes Text sein dürfen. Auch wenn diese Regel heut nicht mehr gilt, ist weniger mehr 😉

Ich selbst nutze das Titelbild als Hinweis auf mein jeweils aktuelles Webinar. Der im Bild integrierte Call-to-Action-Button verlinkt dann direkt auf die Anmeldeseite. So sieht es im Augenblick bei mir aus:

Facebook Profi- und Titelbild im Dezember 2015

Mein Facebook Profi- und Titelbild im Dezember 2015

Neben den beiden fest installierten Bildern sind aber auch Beitragsbilder, die dich zeigen ein guter Versuch für Nähe und Interaktion zu sorgen. Habe dabei immer im Hinterkopf: Facebook ist keine klassische Nachrichtenzentrale. Vielmehr genießen wir auf Facebook das Gefühl von Plausch und Wiedersehen. So wie mit alten Freunden im Café um die Ecke.

Interaktion durch andere Formate (probiere: Videos)

Facebook ändert seine Vorlieben für die Formate der Beiträge regelmäßig. Ein Algorithmus regelt im Hintergrund, wie viele Fans deine Beiträge tatsächlich angezeigt bekommen. Schau dir als nächstes an, welche Formate bisher für Interaktion und Reichweite gesorgt haben.

Ruf dazu deine Statistik (Achtung: erst ab 30 Fans verfügbar!) auf und navigiere zum Punkt „Beiträge“. Im unteren Bereich der Seite siehst du eine Tabelle, in der vergangene Beiträge übersichtlich verglichen werden. Spannend sind sowohl die gelben Balken (Reichweite) als auch die blauen (Beitragsklicks) und rosa-farbenen (Gefällt-mir-Angaben).

Meine Seite hat aktuell 83 Fans (du ahnst, wie lange ich mich Facebook verweigert habe?). Und sogar bei dieser kleinen Seite siehst du sehr gut, wie unterschiedlich die Beiträge funktionieren. Der zweite Beitrag von oben ist ein Bild von mir, aufgenommen kurz vor einem Webinar. Worum es geht, steht nicht im Beitrag. Hier kann du den Beitrag ansehen. 

 

Beitragsarten in Facebook Statistik

Beitragsarten, Reichweite und Interaktion in der Facebook-Statistik

Such dir als nächstes einen (oder zwei, drei) Beiträge, die überdurchschnittlich lange Balken haben. Ein Klick auf diesen Beitrag eröffnet dir einen tieferen Blick in die statistischen Werte.

Fokussier dich auf Beiträge, die bisher gut bei deinen Fans ankamen. Schau dir sowohl das jeweilige Format (Bild, Link etc.) an, als auch den Inhalt (Was hast du geschrieben?). Beitragsarten, für die sich bisher niemand interessiert hat, kannst du dir im Grunde einfach sparen. Die Zeit wäre beim Kaffeetrinken besser investiert.

Unbedingt ausprobieren solltest du auch mal ein Video. Und zwar eines, das du direkt bei Facebook hoch lädst ohne es parallel bei YouTube online zu stellen. Zum einen „mag“ Facebook im Moment Videos und blendet sie daher häufiger ein als andere Beitragsarten. Zum anderen starten die bei Facebook direkt hochgeladenen Videos automatisch. Im Gegensatz dazu müssen YouTube-Videos manuell vom Fan gestartet werden. Die Hürde ist im zweiten Fall also deutlich höher.

Welcher Inhalt bietet sich nun für Videos an? Gute Frage! Entweder Inhalte, die emotional ansprechen (gern Humor!) oder/und etwas von dir zeigen. Ein Patentrezept habe ich nicht, aber schau mal dieses kleine Video von Carmen Underwater in ihrer Seiten-Chronik an und fühle, was es bei dir auslöst.

Vergiss dein Produkt (zumindest temporär)

Jetzt zum überhaupt allergrößten Problem: für dich als Seiten-Inhaber und für deine Fans gleichermaßen. Wir neigen vermutlich alle dazu, unser Angebot in den Fokus zu stellen. Unsere Produkt, Kurse, Expertise. Im Grunde ist dagegen nichts einzuwenden, leider ist Facebook aber eben nicht Amazon.

Wir als Facebook-Nutzer befinden uns nicht in „Einkaufs-Stimmung“ wenn wir auf Facebook aktiv sind. Und entsprechend uninteressant erscheinen uns also Beiträge, die der Produkt-Beschreibung eines Online-Shops ähneln.

Ich bin ganz ehrlich: ich finde es selbst auch sehr, sehr schwer über ganz andere Dinge zu schreiben. Also Posts, die keine Werbung für mich sind und trotzdem einen Bezug zu meinem Business haben. Daher mein Tipp: versuche zumindest ab und an einen Blick hinter die Kulissen zuzulassen. Berichte von deiner Arbeit ohne dabei nachzuschieben, dass man „das“ bei dir kaufen oder buchen kann. Und beobachte über deine Statistik, wie sich genau diese Posts entwickeln.

Probieren geht über studieren

Teste diese drei Punkte für dich aus. Obwohl es Unzahl Checklisten gibt, bringt erst das Ausprobieren Gewissheit für dich. Und letztlich: weniger Interaktion als bisher wäre sehr unwahrscheinlich :-)

Für deinen Start ins Testen ist es in der Regel ausgesprochen hilfreich, Unterstützung von deinen engsten Fans zu holen. Erzähle ihnen was du vor hast und bitte sie, den einen oder anderen Beitrag aktiv zu teilen. Vorausgesetzt, er gefällt ihnen.

Sobald deine eingeschworene Fanbasis wieder stärker interagiert, werden deine Fans in Summe wieder häufiger von dir lesen. Und im Idealfall geben sie ab sofort wieder ihren „Senf“ dazu.

 

  • Marieluise Römer

    Liebe Kathrin, vielen Dank für diesen hilfreichen Beitrag. Genau das sind die Fragen, die ich mir auch öfter stelle. Die Tipps werde ich jetzt direkt anwenden :-). LG Marieluise von greens4kids