Maike Steuer vom Cafe HomeLe in Leipzig - Gründerkonzept Offroad
Experten

homeLE – ein Offroad-Konzept mit Leipziger Charme (Interview)

Ein Konzept für Kurven

Ich beoachte seit einigen Monaten völlig fasziniert, wie in Leipzig ein Café der ganz anderen Art entsteht. Mich haben die Baustellenbilder und Anekdoten am Rande wahnsinnig neugierig gemacht.

Ich wollte wissen, warum die Eröffnung einen neuen Termin hat und warum der Parkettleger verschwand. Kurzerhand habe ich die Macherin hinter dem Projekt um ein Interview gebeten.

Hört selbst, warum sie mit ihrem Café offroad fährt und in Leipzig schon vor der Eröffnung bekannt ist wie ein bunter Hund.

Interview mit Maike Steuer, der Macherin des Café homeLE in Leipzig

 

Das interkulturelle Café homeLE entsteht in Leipzig etwas abseits: auf der längsten Straße der Stadt, am Ende ohne Cafés. Für gute 160 Quardratmeter mit echtem Charme hat Maike Steuer ein hoch spannendes Konzept entwickelt. Ein Konzept, in dem sie ihr Leben mit Kind, ihre Erfahrungen aus ihren Jahren in Indien und den ganz besonderen Charme von Leipzig und Salsa gepackt und verankert hat.

Feuer und Flamme – ohne Budget und BWL

Maikes Erzählungen sprühen vor Engergie als sie erzählt, wie sie zu ihrer Idee kam und dass ich (Kathrin) den Namen des Cafés: „homeLE“ ganz anders ausspreche, als sie das selbst tut. Und dass ich damit in bester Gesellschaft bin.

Vor der Idee stand der Entschluss, ihr „eigenes Ding“ zu machen. Etwas, das zu ihr und ihrem Leben passt.

Auf ihrem eigenen Blog erzählt Maike von den Ecken und Kanten in ihrem Lebenslauf. Und davon, wie die Idee zu einem Konzept reifte, wie Ecken und Kanten rund wurden. Und darüber, wie wichtig ihr eigenes Netzwerk dafür war. Nicht ganz zufällig, denn Maike ist „Marketing-Tante“. So nennt sie sich jedenfalls selbst.

Und diesen Job meistert sie mit Bravour: ihr Café ist heute stadtbekannt. Und das, obwohl noch kein einziger Kaffee verkauft wurde. Bis zu Eröffnung muss noch der Parkettleger angeheuert, das Kassensystem ausgewählt und das Kinderzimmer eingerichtet werden.

Dass das kein „08/15-Konzept“ wird, ist spätens bei Maikes Erzählung klar:

„… ich war nie so eine Anzug-Tante mit Dollarzeichen in den Augen, die mit Rentabilitäten und Liquiditäten jongliert. Ja, Kopfrechnen mag ich und feilschen auf dem Flohmarkt auch, aber waren das tragfähige Indizien für eine Unternehmer-Persönlichkeit?“ (Quelle)

Low Budget? Kein Problem!

“ vor allem meine insgesamt zwei Jahre in Indien [haben mich] gelehrt, dass aus nichts die tollsten Dinge entstehen können…“

sagt Maike über sich selbst und erzählt, wie sie zu Möbeln und Geschirr kam. Ihrem Aufruf „Hast du zu viele Tassen im Schrank“ folgten kistenweise wunderschönes Geschirr von Tante Käthe, nostalgische Lampenschirme von Oma Anna und mit ihnen die Geschichten und Erinnerungen.

Die Liste der Marktetingaktivitäten, die Maike mit gekonntem Understatement aus dem Hut zaubert, lässt sich beliebig ergänzen:

  • während der Bausphase gab es eine Lesung auf der Baustelle
  • Anfang Dezember gibt es ein Adventsmärktchen
  • Passanten wissen schon sehr lange, dass das homeLE bald da sein wird
  • einen kleiner virtueller Rundgang über die Baustelle gibt’s auf Youtube
  • und die Fangemeinde auf Facebook wächst :-)

Alles „Kleinigkeiten“, die für einen schnellen Start im Januar sorgen sollen. Und das Schönste: sie kosten nur zwei Dinge: Zeit und kreative Energie. Und von letzterem hat Maike jede Menge!

Maike, ich wünsche dir einen grandiosen Start und freue mich auf einen Besuch im homeLE!