Du bist vielleicht ne Marke!
Marketing

Du bist vielleicht ’ne Marke!

Kennst du diesen Spruch? Mich begleitet er seit der Grundschulzeit. In meiner Heimat gehört er zum ganz alltäglichen Sprachgebrauch:

„Du bist vielleicht ’ne Marke!“

So richtig schön fand ich ihn damals nicht. Weder auf mich bezogen noch auf andere. Bis ich vor zwei Wochen ein Buch gelesen habe, dass mich sehr fasziniert hat. Das hatte genau diesen Spruch als Einstieg.

Dieses Buch möchte ich euch heute empfehlen und das ein oder andere daraus in kompakter Form weitergeben:

Die stärkste Marke sind Sie selbst! – Schärfen Sie Ihr Profil mit Human Branding

von Jon Christoph Berndt® (Link zum Buch bei Amazon)

Was hat es mit der „Marke“ denn auf sich?

Meine häufigst genutzte „Marke“ ist heute noch die auf dem Brief. Für 62 Cent aktuell. Sie markiert meinen Brief als „bezahlt“. Und das sagt uns schon sehr viel über die Herkunft des Wortes „Marke“ – sie markiert etwas.

Ich markiere meine Briefe als „bezahlt“, der Supermarkt Edeka markiert seine Mitarbeiter als Lebensmittelliebhaber und Dr. Oetker seinen Pudding aus Bielefeld als das „Original“. Und das, obwohl es Bielefeld nicht mal gibt! 

Tja, und Nachbars Hund? Der ist auch Profi im „markieren“. Und damit gar nicht so weit entfernt von dem, wo wir mit einer Marke hinwollen: einem klar abgegrenzten Territorium, in dem wir Meister sind und „bekannt wie ein bunter Hund“.

Können Menschen überhaupt eine Marke sein?

Für Firmen ist das alles klar. Dr. Oetker, BMW oder Steiff mit seinen Bären samt Knopf im Ohr kennt jeder als „Marke“. Aber Menschen? So wie du und ich?

Herr Berndt hat in seinem (weißen) Buch anschauliche Beispiele parat; von Persönlichkeiten, die wir alle kennen. Was fällt dir ein, wenn du an Dieter Bohlen und das Thema „Persönlichkeitsmarke“ denkst? Oder an George Clooney?

Genau: entweder „oh Gott, der?!“ oder „wow…:-) „. Bei mir genau in dieser Reihenfolge zu den genannten Beispielen.  Und damit sind wir schon bei meiner persönlichen Lektion 1 aus dem Buch:

„Starke Marken polarisieren.“

Wer als Marke seine Zielgruppe magisch anziehen will – muss die Nicht-Zielgruppe genauso magisch abstoßen. Wie bei zwei Magneten: sie lassen sich nur „richtigrum“ zusammenbringen.

Bisher fand ich den Gedanken, dass mich andere „daneben“ finden nicht wirklich prickelnd. Obwohl es eben zum Leben gehört. Heute frage ich mich, ob ich nicht auf jeden, der mich „blöd“ findet ein Gläschen Sekt trinken sollte?

Der Hype ums Personal Branding

Das Buch greift damit ein Thema auf, dass im Augenblick viel diskutiert wird. In Blogs, Büchern und Kursen. Ich selbst habe auch sehr lange überlegt, ob ich als „Kathrin Franck“ überhaupt nach außen auftreten will. Oder lieber unter dem Namen einer „Agentur“.

Dabei ging es mir wohlbemerkt nicht drin, eine Firma zu gründen. Aber nach 15 Jahren Konzernzugehörigkeit war es mir nur zu logisch, dass man einen „Firmennamen“ braucht. Auch jenseits des Angestelltenverhältnisses.

Meine ersten zwei Jahre der Selbständigkeit hatte ich eine Domain, die eben genau so war: frei erfunden und losgelöst von meinem Namen. Ich verlinke sie jetzt nicht, da ich sie nie aktiv genutzt habe. Es fühlte sich einfach komisch an unter diesem Namen aufzutreten.

Irgendwann kam für mich der Moment, in dem ich „meine“ Email-Adresse wollte und habe meinen Namen als URL zu registriert. Mit und ohne Bindestrich versteht sich. Und der Gedanke an die Marke „Kathrin“ fing langsam an mir zu gefallen.

Mich hat Herr Berndt mit seinem Buch jetzt überzeugt, dass ich als Solopreneur von einem Markenimage in Zukunft stark profitieren kann. Nicht nur in der Außendarstellung, sondern auch in meiner täglichen Arbeit mit und an meinem Business.

Wie mir meine Marke jeden Tag helfen kann

Meine Marke fasst in Zukunft zusammen, was mich als „Marke“ eben ausmacht. Mit meinen Werten, Sehnsüchten und Einstellungen. Genauso wie meine ganz persönliche Herausstellung und meinen Gesellschaftsbeitrag. Also das, was ich mit meinem Angebot in der Welt verbessern möchte. Damit sind – darin stimme ich Herrn Berndt wirklich zu – sogar anstehende Entscheidungen leichter zu treffen.

Klingt abstrakt? Fand ich auch.

Freitag rief mich ein Kunde an, für den ich seit zwei Jahren nicht mehr tätig war. Es scheiterte in der Vergangenheit immer an der Kurzfristigkeit seiner Anfragen („können Sie ab morgen?“). Wie oft habe ich mich geärgert, dass es irgendwie nie klappte.

Diesmal war es eher eine Freude, die mitschwang: Mir sind Wertschätzung und Selbstbestimmtheit wahnsinnig wichtige Werte. Beides gehört zu mir – und damit auch zu mir als Marke.

In meinem Business als Trainer bedeutet das vor allem auch eine auch eine grundsätzliche Planungswilligkeit für anstehende Trainings. Und zwar auf beiden Seiten. Bei offenen Seminaren sogar mit langem zeitlichen Vorlauf. Und wenn es doch mal anders kommt, bin ich spontan genug für einen Plan B.

Bei diesem Kunden gab es grundsätzlich nur „ganz dringende Aufträge; ab morgen“. Mit mir als angehende Marke (mit dem Wert „Wertschätzung“) konnte ich dieses Mal leichten Herzens absagen, ohne überhaupt in den Kalender zu schauen. Die potentiellen Aufträge dieses Unternehmens passen gar nicht zu mir und meiner Marke. Ich fühlte mich dieses Mal sehr beschwingt statt frustriert.

Mein Weg zur Marke Ich

Damit bin ich aber noch lange keine Marke. Und mit meiner Namens-URL (und diesem Blog) bin ich wohl eher den ersten kleinen Schritt auf dem Weg dorthin gegangen.

Wie sich die eigene Marke – samt „Ei“ und „Dreieck“ aufbaut, erklärt Herr Berndt an sehr anschaulichen Beispielen. Und auch, wie in die Marke auf meiner Pinnwand nun Leben kommen kann.

Die ToDo-Liste für meinen weiteren Weg zur Marke ist im Moment sehr lang und ich muss sagen: ich freue mich drauf. Darauf in kleinen Schritten weiter zur Marke zu werden und den Spruch aus meiner Kindheit irgendwann sogar zu lieben.

„Du bist vielleicht ’ne Marke! Jawoll!“

Ich kann euch das Buch sehr empfehlen, wenn ihr das Thema „Personal Branding“ gern auf humorvolle und anschauliche Art inhalieren wollt.

Was nicht enthalten ist: wissenschaftliche Herleitungen und universitäre Vollständigkeit aller Teilaspekte. Dafür: humorvolle Unterhaltung gepaart mit Beispielen, die wir alle kennen und konkreten Anleitungen für die Umsetzung.

Zwischenzeitlich habe ich das „gelbe“ Buch von Herrn Berndt (Link) auf dem Tisch zu liegen – es nennt sich „Praxisbuch“. Ich bin gespannt, was es für meine Marken-Praxis noch bieten wird…und genieße meinen Kaffe dabei.