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Marketing

Postkarten als glänzendes (low-budget-) Werbemittel – so geht’s

Vor 2 Tagen kam mein Paket mit 2 x 500 Postkarten an: meine Hochglanz-Offline-Denkanstöße in Papierform. Diese Karten werden mich in den nächsten 3 Monaten auf Schritt und Tritt begleiten und hoffentlich für einige interessante Gespräche und Diskussionen sorgen.

Vielleicht hältst du mich jetzt für verrückt – in Zeiten von Online-Marketing, Facebook-Werbung und Google AdWords in gedruckte Papierkarten zu investieren? Schauen wir mal genauer hin:

  • meine 2×500 Postkarten kosteten etwa 50 Euro – 1000 Klicks bei Facebook ein Vielfaches davon
  • die Karten sind mein perfekter Türöffner für tolle Gespräche auf Stammtischen – über Online-Kampagnen wird dort selten gesprochen
  • es macht mir Spaß, sie zu verschenken – was ich von FB-Werbung weniger behaupten kann

Falls es dir bisher zu aufwendig war, eigene Postkarten (oder anderes Papier-Material) zu nutzen, möchte ich dich hier motivieren, es auszuprobieren. Dazu gleich ein Vorschlag, wie du vorgehen kannst:

Vorüberlegungen

Bevor du dich auf die Suche nach einer (Online-) Druckerei machst, lohnt es zu überlegen, wieviel Zeit und Aufwand du investieren möchtest. Karten, die viele Layout-Elemente enthalten sind in den Händen eines Grafikers besser aufgehoben als in den eigenen.

In meinem Fall ging es mir um eine schnelle Lösung mit geringen Kosten. Wenn es dir auch um eine eher einfache Karte wie bei mir geht, kannst du also getrost selbst loslegen.

Das eigentliche Erstellen der Druckdatei für die Karten hat etwa 30 Minuten gedauert. Das Briefing eines Grafikers hätte genauso lange gedauert. Für mich war „Marke Eigenbau“ in diesem Fall daher der Weg der Wahl.

Abhängig von der Zielgruppe (und potentiell zu erwartenden Umsätzen mit dieser) sind aber auch Vorüberlegungen zu den maximalen Kosten der Karte sinnvoll. Je exklusiver der Druck und das Format, desto teuer. Standardformate – wie bei mir – sind zwar günstig, aber eben auch eher durchschnittlich auffällig. Entscheide, wieviel deine Karte maximal soll.

Für wen soll die Karte sein?

Bevor es an das Gestalten geht, überlege genau, wen du mit der Karte erreichen willst. Frauen fühlen sich von anderen Motiven / Layouts angsprochen als Männer. Gleiches gilt für Alter, Hobbys usw.

Passend zur Zielgruppe überlegst du dir welche Art von Motiv passt. Bild? Illustration? Oder einfach Text?

Wichtig ist mir eine möglichst emotionale Vorderseite zu erstellen. Also ein Motiv, das sich meine Zielgruppe auch zu Hause an die Pinwand hängen wird, weil es zu ihr „passt“.

Bilder und Illustrationen kannst du z.B. bei pixabay finden – und sie ohne Gefahr der Urheberrechtsverletzung auch für deine Postkarte verwenden. Mach dich mit den Augen deiner Zielgruppe auf die Suche und speicher dir die Bilder, die emotional(!) ansprechen.

Ich suche übrigens regelmäßig nach Motiven für die nächsten Quartale und kann dann im Bedarfsfall sehr schnell auf meine gespeicherten Ideen zurückgreifen.

Postkarten mit Text als Aufhänger sind sogar noch einfacher – du brauchst im Grunde „nur“ einen passenden Text und eine Hintergrundfarbe, die zur Zielgruppe passt. Lass dich doch dazu von Edgar Freecards inspirieren und nutz die Google-Bildersuche. Am Ende sollte aber dein (!) Text entstehen – kein geklauter.

Welches Ziel verfolgst du?

Weiter geht es mit der zweiten Frage an dich: Was möchtest du mit deiner Karte erreichen?

  • Auf ein Event aufmerksam machen?
  • Auf deinen Blog locken?
  • Einfach ins Gespräch kommen?

Davon abhängig wird die finale Gestaltung sein.

Ich möchte mit meinen Karten vor allem ins Gespräch kommen. Darum gibt es auf der Rückseite viel Platz für Notizen und einen konkreten Aufhänger. Der Verweis auf den Blog ist eher dezent und klein. Trotzdem gehe ich davon aus, dass er als zweites Ziel meiner Karte gute Dienste leisten wird. So sieht die Rückseite meiner aktuellen Karten aus:

Rückseite meiner Postkarte

Rückseite meiner Postkarte

Wie verteilst du die Karten?

Bevor du die Karte erstellst, musst du wissen, wie sie den Empfänger erreichen soll. Der Grund ist trivial: das gewählte Format entscheidet über die Möglichkeiten, die Karte überhaupt zu verteilen und ggf. auch über die dadurch entstehenden Kosten.

Visitenkarten-Format ist hervorragend geeignet für eine persönliche Übergabe an Empfänger, die noch einiges anderes „mitnehmen“ müssen. Die Karte passt in jede Brieftasche und ist trotzdem groß genug, um eine Botschaft zu transportieren. Weiteres Plus: Visitenkarten-Format ist meist das günstigste Format in der Produktion. Zum Postversand ist dieses Format allerdings völlig ungeeignet!

„Din A6“ ist die klassiche Postkartengröße. „Din Lang“ ist die „Breitbild-Version“ der normalen Postkarte. Die kurze Seite beider Karten ist genau gleich lang. Das schöne an diesem Format ist, dass es passt typischerweise in die Brusttasche von Herrenhemden oder eine Jacket- bzw. Blazertasche passt. Es ist außerdem groß genug, um optisch ansprechende Motive zu platzieren. Die Karten können per „Postkartenporto“ problemlos veschickt werden. (Achtung, hierbei muss der rechte Bereich der Rückseite für Adressdaten und Frankierung frei bleiben).

Die Din-Lang-Variante passt oft nicht in klassische „Prospektständer“, die man im Bio-Supermarkt oder Stadtteilzentrum findet. Wenn du die Karte also irgendwo „hinterlegen“ willst, solltest du vorher prüfen, welches Format im konkreten Fall dafür geeignet ist.

Sonderformate wie „quadratisch“ oder „Wolke“, „Erdbeere“ etc. sind ein toller Hingucker. Allerdings sind sie teuer in der Produktion und teuer im Versand (meist 1,45 Euro). Und nebenbei völlig unhandlich beim Transportieren – für dich und für den Empfänger gleichermaßen.

Für den ersten Versuch sind die Formate Din A6 und Visitenkartenformat ein guter Start. Experimente würde ich mir für später aufheben.

Druckerei und Produktionskosten recherchieren

Jetzt hast du eine Idee, wie groß die Karte sein soll. Im nächsten Schritt empfehle ich dir dringend, die potentiellen Produktsionkosten in einschlägigen Online-Druckereien zu prüfen und zu vergleichen.

Fang mit der Druckerei an, in der du bisher z.B. deine Visitenkarten drucken lässt.

Falls du gar nicht weisst, wo du anfangen könntest, findest du hier eine Übersicht von Online-Druckereien.

Es gibt unzählige Online-Druckereien und ich find es persönlich schwer zu sagen, welche „besser“ wäre als die andere. Neben dem Preis sind für mich vor allem die einfache Bedienbarkeit des Online-Konfigurators und die telefonische Erreichbarkeit wichtig.

Der Konfigurator muss mir ohne viel Aufwand die Preise zu Alternativen (Papierqualitäten, Formate, Mengen) anzeigen. Darum scheidet die vielgenannte Online-Druckerei „flyeralarm“ in diesem Fall bei mir aus.

Gleiches gilt für die Erreichbarkeit: ich als Design-Laie habe beim Bestellprozess durchaus Fragen, auf die ich eine verbindliche Antwort brauche. Ohne Kontakt-Telefonnummer bestelle ich nur sehr ungern.

Im Idealfall bekomme ich vor dem Abschicken der Bestellung auch ein Feedback, ob die Datei technisch ok ist bzw. es Fehler zu geben scheint.

Mir ging es mit dieser Postkarte beispielsweise so, dass die Rückseite farbig sein sollte. Meine erste Anlaufstelle druckt die Rückseite standardmäßig aber in schwarz/weiss. Der Zusatz „farbige Rückseite“ hätte die Kosten unverhältnismäßig nach oben geändert.

Manchmal findet man eine alternative Druckerei, die für den konkreten Einzelfall wesentlich günstiger ist. Das gilt nicht nur für die farbige Rückseite, auch manche Formate oder Auflagengrößen (Anzahl der Exemplare) sind von der technischen Ausstattung der Druckerei abhängig. Wer das vorher klärt, kann darauf optimiert die Karte erstellen – und sich ggf. den Aufwand sparen, die Rückseite farbig zu gestalten.

Design überlegen

Aus den vorgenannten Überlegungen leitet sich das Design fast automatisch ab. Vermutlich ist die größte Überlegung noch der Inhalt der Rückseite. Meine Erfahrung: Keep it simple. Niemand liest Aufzählungen deiner Referenzen oder sonstigen langen Text. Lass Platz für Notizen und verweise auf deine Webseite / Blog und gib eventuell weitere Kontaktdaten an.

Schau auch nochmal die Edgar-Freecards an: die Vorderseiten sind oft werbefrei und laden ein, die Karte zu Hause am Kühlschrank aufzuhängen.

Karte gestalten

Jetzt geht es (endlich) ans Erstellen der Datei für die Druckerei. Hier müssen genaue Vorgaben eingehalten werden. Daher empfehle ich dir dringend, vorher zu recherchieren wo die Karte gedruckt werden soll.

Ich selbst nutze zum Layouten das Programm „InDesign“ von Adobe. Photoshop oder Illustrator (ebenfalls von Adobe) gehen aber genauso gut.

Falls du mit diesen Programmen nicht vertraut bist, zeig ich dir am 23.07.2015 in einem kostenlosen Webinar, wie du auch mit PowerPoint oder Word ans Ziel kommst. Und zwar ohne großen Aufwand zu betreiben.

Es lohnt sich keinesfalls, nur für diesen Zweck Adobe InDesign zu kaufen (und zu lernen)!

Falls du das Erstellen lieber einem Grafiker überlassen willst, kann er / sie basierend auf deinen Vorüberlegungen mit geringem Zeitaufwand eine druckfertige Vorlage erstellen. Das reine Erstellen meiner Postkarten inklusive Probedruck zu Hause hat etwa 30 Minuten gedauert. Und ich bin hier kein Profi, der das den ganzen Tag machen würde.

Karte bestellen

Egal wie du die Karte erstellt hast, am Ende muss eine Datei entstehen, mit der deine gewählte Druckerei etwas anfangen kann. Und zwar ohne sie manuell anzufassen. Der Produktionsprozess läuft in der Regel vollautomatisch an, sobald du deine Datei hochgeladen und die Bestellung abgeschickt hast.

Da dieser Automatismus am Anfang ein komisches Gefühl ist, finde ich die direkte Fehler-Rückmeldung während des Bestellprozesses sehr hilfreich. Manche Druckereien haben auch eine Live-Vorschau eingebaut, die dir zeigt wie das Ergebnis aussehen wird. Falls hier jetzt das Motiv „Kopf steht“, ist ein Fehler in der Datei!

Wenn du mit Powerpoint oder Word ans Ziel kommen willst, hör dir am 23.07.15 im Webinar an, wie du dazu vorgehen musst.

Verteilung planen

Von der Bestellung bis zur Auslieferung vergehen etwa 4-5 Werktage. Manche Druckereien bieten Expresslieferungen an, falls es schneller gehen soll. Und deine Wartezeit darfst du gern nutzen, um dir einen konkreten Plan zu machen, wann du mit dem Verteilen beginnst und wie du deine Karten zeitnah an die richtigen Adressaten bringst. Denn eines sollen sie nicht werden: Staubfänger im eigenen Büro.

Ich nehme mir immer vor, sie binnen von 3-6 Monaten zu verteilen. Im kommenden Quartal habe ich dann einen neuen Satz Karten mit Motiven, die meine Fokus-Zielgruppe des nächsten Quartals besonders ansprechen.

Mein Verteilpläne sehen dann in etwa so aus:

  • Unternehmerinnen-Frühstück am 28.07.15
  • persönliche Übergabe an dieser Personen: xxxx
  • Stammtisch xxxx
  • Messe / Kongress xxxx

Außerdem habe ich ein paar Exemplare (geschützt in einem Briefumschlag) immer dabei.

Mein Fazit

Mit meinen Quartals-Karten schlage ich für mich zwei Fliegen mit einer Klappe: ich steige viel fokussierter in Gespräche ein (die Karte ist dazu der Türöffner) und schenke mit der Karte ein Stückchen Freude zum Mit-nach-Hause-nehmen.

Einfach gestaltete Karten kann man ohne großen Aufwand allein erstellen. In jedem Fall spart es viel Zeit und Nerven, die genannten Vorüberlegungen genau zu durchdenken bevor man startet – oder einen Dritten damit beauftragt.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freu mich, wenn du am 23. Juli im Webinar dabei bist!

 

  • Schade, dass die Links auf die Postkarte nicht (mehr?) funktionieren.
    Die Idee gefällt mir gut und ich hätte gerne mal ein Beispiel angeschaut…

    • kathrin

      Hi Joachim, die Bilder scheinen bei der kürzlichen Migration verschütt gegangen, entschuldige. Ich lade sie heute Abend nochmal neu hoch!