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IBM-Studie: Generation Y ist doch gar nicht so anders im Job

IBM hat vor ein paar Tagen eine interessante Studie zur Generation Y im Berufsleben veröffentlicht und räumt darin mit einigen Vorurteilen auf. Befragt wurden ca. 1700 Personen ab 21 Jahren mit Berufsabschluss, die in Unternehmen unterschiedlichster Größe arbeiten. Damit wurde also nicht nur die Generation Y befragt, sondern auch ein Vergleich zur Generation X und den Baby Boomers gezogen.

Die englischsprachige Originalstudie ist hier zu finden. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:

Mythos 1: Karriereziele und Erwartungen der Generation Y unterscheiden sich von den „älteren“ Generationen

Trifft auf die fast 1800 Befragten nicht zu: sie haben vergleichbare Karriereziele wie die vorangangenen Gernationen:

  • finanzielle Sicherheit
  • etwas Bewegen
  • Leidenschaft bei der Arbeit

Sogar die Gewichtung der einzelnen Faktoren ist erstaunlicher Weise ähnlich.

Mythos 2: Milliennials brauchen ständigen Beifall und Trophäen

Ebenfalls bei den Befragten so nicht nachweisbar. Vielmehr stehen der der Frage nach dem „Wunsch-Vorgesetzten“ diese Werte ganz oben:

  • ethisch und faires Verhalten
  • transparente Kommunikation
  • Verlässlichkeit

Genau jene Werte also , die auch Babyboomer und Generation X für sehr wichtig halten.

Mythos 3: Millennials sind „digital-Süchtige“ teilen ihr gesamtes Leben online

Zweifelsohne sind sie stark online aktiv, was aber nicht bedeutet, dass sie nur noch virtuell leben würden. Beispiel berufliche Weiterbildung: Virtuelles Lernen ist für sie zwar etwas vertrauter als anderen Generationen, im beruflichen Umfeld bevorzugen sie aber eindeutig den Face-to-Face Kontakt.

Die Nutzung sozialer Netzwerke ist für die Generation Y selbstverständlich, dennoch unterscheiden sie bewusst zwischen persönlicher und beruflicher Nutzung und meistern das digitale Leben sehr intuitiv.

Mythos 4: Millennials können keine Entscheidung treffen ohne vorher jeden um seine Meinung zu bitten

Obwohl sie mit Crowsourcing bestens vertraut sind, tendieren sie nicht stärker zum Einholen von beruflichen Ratschlägen als ältere Kollegen. Dennoch sind sie überzeugt, dass sie bessere Entscheidungen im Beruf treffen, wenn eine Vielzahl an Menschen Input beigesteuert hat.

Mythos 5:Millennials tendieren zum Wechsel, wenn der Job ihre Leidenschaft nicht erfüllt

Reine Fiktion. Jobwechsel in der Generation Y haben vergleichbare Gründe wie bei anderen Generationen. Selbst „die Welt retten“ wollen prozentual genausoviel Generation-Y’er wie Baby-Boomer.

 

Fazit:

Die Generation Y, die bereits mit beiden Beinen im Berufsleben steht, bringt einigen frischen Wind mit sich. Sie scheinen aber – zumindest im Berufsleben – nicht gänzlich anders zu handeln, als andere Generationen auch.

Einzig ihre sehr hohe Affinität zu digitalen Technologien und der vernetzen Welt von heute unterscheidet sie wirklich von den älteren Semestern. Damit verbunden ist eine Leichtigkeit und Natürlichkeit im Umgang mit sozialen Medien, der eignen Einstellung zur Informationsbeschaffung oder die selbstverständliche Nutzung modernster Geräten und Anwendungen um den (Berufs-)Alltag passender zu gestalten.

Die hier Befragten stellen allerdings keine repräsentative Gruppe aller Generation-Y-Vertreter dar. Es ist also durchaus möglich, dass sich die hier Befragten im Berufsleben an vorherrschende Werte & Strukturen angepasst haben und entsprechend „sozial erwünscht“ geantwortet haben.

Dennoch ein sehr interessanter Ansatz, Licht ins Dunkle des Mythos „Generation Y“ zu bringen. Weitere Ergebnisse der Befragung zu anderen Aspekten veröffentlicht IBM in separaten Dokumenten.