Social Business

Social-Media-Dashboard für Account Manager

Wer als Account Manager anfängt, soziale Netzwerke für den Vertriebsalltag zu nutzen, verliert sich schneller in den Tiefen der einzelnen Plattformen, als man vorher für möglich hält. Diese Befürchtung ist vielleicht auch ein Grund, warum sich viele Account Manager gegen Social-Media-Nutzung im Vertriebsalltag wehren.

Daher mein Tipp: ein zentrales Dashboard, mit dem die eigenen Aktivitäten genauso im Blick bleiben wie die der Kunden.

Das kann dann z.B. so aussehen:

Social Media Dashboard Überblick

Social Media Dashboard Überblick

Das klassische CRM gibt dazu bisher wenig praxistaugliche Unterstützung. Tools, die sich dazu „zweckentfremden“ lassen kommen primär aus dem Marketingbereich. Und es gibt sie mittlerweile zuhauf. Ich selbst nutze die Lösung „Hootsuite“. Sie ist für mich ein guter Kompromiss aus Übersichtlichkeit und Funktionalität.

Einen kostenfreien Account kann sich hier jeder zulegen: bis zu drei Netzwerk-Profile lassen sich in der Basisversion integrieren. Das reicht für den Anfang völlig aus: Twitter, Facebook, LinkedIn. Xing lässt sich darüber hinaus als Extension einbauen und „zählt nicht“ im Sinne von Hootsuites Lizenzprogramm.

Die Hootsuite kann bequem in jedem Brower gestartet werden. Auf dem iPad finde ich die dazugehörige App allerdings praktischer.

Und so kann man die Hootsuite als zentrales Vertriebs-Dashboard nutzen:

1. Überblick

1 Spalte = 1 Netzwerk. Übersichtlich, aufgeräumt und alles auf einen Blick.

Dazu habe ich allen aus den einzelnen Netzwerken den jeweiligen Newsbereich als Spalte angelegt. Alle Spalten sind übersichtlich nebeneinander und lassen sich per Drag & Drop in der Reihenfolge tauschen.

Damit habe ich in 30 Sekunden alles Wichtige aus meinen sozialen Netzwerken überflogen. Wenn ich mehr Zeit habe, kann ich tiefer eintauchen indem ich auf die Reiter der jeweiligen Netzwerke bzw. Kunden wechsle:

2. Twitter

Twitter ist zum informiert-bleiben als Account Manager aus meiner Sicht das spannendste Netzwerk überhaupt. Auch für den, der selbst nicht mitzwitschern möchte ist ein Twitter-(Lese-)Account ein Muss. Neuigkeiten zu (Kunden-)Unternehmen, deren Produkten oder Wechsel in deren Führungsetagen verbreiten sich hier rasend schnell. Wohl dem, der mitliest (und mitreden kann).

Für den Vertriebsalltag sind vor allen die „speicherbaren Suchen“ und „Listen“ ein einfaches und hilfreiches Mittel, mehr über seine (potentiellen) Kunden und Märkte zu erfahren und ohne großen Aufwand immer im Bilde zu bleiben.

Dazu richte ich meinen Twitter-Tab in der Hootsuite so ein:

Twitter-Reiter im Hootusite Dashboard

Twitter-Reiter im Dashboard

  • 1. Spalte: meine Neuigkeiten (identischer Inhalt zur Twitter-Spalte im Tab „Überblick“)
  • 2. Spalte: Erwähnungen von mir (insofern man selbst twittert)
  • 3. Spalte (und weitere) gespeicherte Suche für interessantes Suchwort (z.B.: #VDI, #b2bsales)

3. Branchentrends

Die gespeicherten Suchen lassen sich auch hervorragend nutzen, um die eigene Branche im Auge zu haben und z.B. nach bestimmten Themen (im Beispiel #CloudComputing) zu suchen. Die passenden Suchworte ergeben sich meines Erachtens nach und nach, wenn man in den Tweets mitliest und die von anderen Usern verwendeten Hashtags (#) im Auge behält.

Branchentrends Cloud Computing

Branchentrends Cloud Computing

4. Kunde XYZ GmbH

Wer sehr tief in einzelne Kunden eintauchen und viele Suchbegriffe nutzen möchte, legt für diese Kunden besser einen separaten Reiter an und arbeitet hier mit verschiedenen Suchen zu diesem einen Kunden. Ich habe hier als Beispiel das Unternehmen Vattenfall angelegt.

Die eigenen Kunden im Hootsuite im Auge behalten

Die eigenen Kunden im Hootsuite im Auge behalten

  • Spalte 1: alles zum Suchbegriff #Vattenfall. Der Inhalt aktualisiert sich permanent selbst.
  • Spalte 2: meine private Liste mit allen Vattenfall-Twitter-Accounts, die ich finden konnte. Hier sehe ich also, was diese Accounts twittern (und kann direkt retteten, favorisieren usw.)
  • Spalte 3: meine private Liste mit den Vattenfall-Mitarbeitern, die ich spontan finden konnte. Wer seinen Kunden kennt, sucht einfach nach den Klarnamen der Kontakte.

5. Die Konkurrenz und der eigene Arbeitgeber

Was für Kunden geht, macht auch für die eigene Konkurrenz sowie den eigenen Arbeitgeber Sinn. Daher für beide ebenfalls eigene Reiter mit entsprechenden Suchen anlegen. Nehmen wir als Beispiel an, wir sind im Bereich Notebooks tätigt und wollen die Firmen Lenovo im Auge behalten: Suchbegriff #Lenovo und entsprechend Listen von offiziellen Lenovo-Accounts und Mitarbeitern analog zum Kunden-Reiter anlegen. Gleiches auch für den eigenen Arbeitgeber anlegen.

6. Sonderfall Xing

Xing lässt sich nur mit einem Trick hinzufügen: im Bereich „App-Verzeichnis“ (Puzzle-Symbol im Menü links) nach Xing suchen und  App hinzufügen.

Xing in Hootsuite integrieren

Xing in Hootsuite integrieren

 

Nach der Installation integriert sich Xing automatisch als seperater Reiter. Wer Xing wie ich (1. Bild oben) im Reiter „Überblick“ haben möchte, muss den jetzt angelegten Xing-Reiter um die gewünschten Spalten ergänzen und ihn entsprechend (in „Überblick“ o.ä.) umbenennen. Xing lässt sich manuell nicht als eigene Spalte anlegen.

Xing zählt praktischerweise nicht zu den echten Netzwerken in Hootsuite’s Lizenzpolitik, so dass es zusätzlich zu den drei o.g. installierbar ist.

7. LinkedIn und Facebook

Beide Netzwerke sind mit dem vorgenannten Wissen fast selbsterklärend. Bei LinkedIn ist primär der eigene Newsbereich sichtbar (das, was man auf der Startseite von LinkedIn sehen würde).

Facebook sollte man ebenfalls als interessante Informationsquelle für Vertriebler betrachten. Man muss nicht unbedingt „mitmachen“ im Sinne von selbst schreiben. Interessant kann es hier sein, Facebook-Gruppen (z.B zu interessanten Themen, lokalen Stammtischen usw.) hinzuzufügen. Leider zählt eine Gruppe ebenfalls als „Profil“, so dass die drei kostenfreien Profile schnell verbraucht sind.

Hootsuite auch zum schreiben nutzen

Neben allem Lesen lässt sich die Hootsuite auch wunderbar nutzen, um von zentraler Stelle selbst aktiv zu werden: posten, twittern, kommentieren….kann ich von diesem Vertriebler-Dashboard jetzt für alle Netzwerke direkt. Das spart Zeit und verhindert, sich in den Untiefen spannender News zu verlieren.

Summa summarum hilft die Hootsuite in Zeiten von „social selling“, sich auf die wesentlichen News der einzelnen Netzwerke zu konzentrieren und damit auch, den Vertriebstag sinnvoll zu nutzen. Schließlich hat alles seine Zeit: soziale Netzwerke genauso wie Kundengespräche, ganz gleich ob am Telefon oder in persona.

Viel Spaß beim Einrichten Ihres eigenen Vertriebs-Dashboards!