Social Business

LinkedIn im B2B – Vertrieb nutzen?

LinkedIn wird spürbar zu einem Paralleluniversum neben Xing, zumindest in der IT-Branche. Wie die meisten IT’ler bin ich selbst seit Jahren auf Xing zu finden, pflege hier Beziehungen zu alten und neuen Kollegen, Kunden und anderen Menschen, die mir im Laufe der Zeit begegnen.

Im letzten Jahr hat LinkedIn viel Aufmerksamkeit erfahren. Die Kontaktanfragen von (meist bekannten) Personen über LinkedIn häufen sich und mir drängten sich gleich 3 Fragen auf:

  • Brauche ich zusätzlich (zu Xing) auch ein LinkedIn-Profil?
  • Wo sind die Unterschiede zu Xing?
  • Wie (be)nutze ich LinkedIn überhaupt?

Braucht man zusätzlich ein LinkedIn-Profil?

Ich persönliche meine inzwischen: ja.

Als Vertriebler im B2B-Bereich ist es mittlerweile genauso essentiell auf LinkedIn gefunden zu werden wie bisher auf Xing. Damit kopiert sich im ersten Schritt das vorhandene Netzwerk auf eine zweite Plattform. Im zweiten Schritt merkt man jedoch schnell, dass LinkedIn aktiver und lockerer genutzt wird. Kontaktanfragen von bisher unbekannten, aber interessanten Menschen bekomme ich zunehmend über LinkedIn.  Aber auch die Kontakte auf internationaler Ebene (wie die Kollegen in Übersee) sind hier zu finden.

Daher ist ein aussagekräftiges Profil – mit Bild und Inhalten analog zu Xing – nicht nur „must have“ sondern im Vertriebsalltag eine weitere hilfreiche Plattform, um als Expertes des eigenen Faches wahrgenommen zu werden.

Ausprobieren lohnt sich definitiv.

Wo sind die Unterschiede zu Xing?

Gemeinsam ist LinkedIn und Xing die persönliche Selbstdarstellung über das Profil mit Bild, Werdegang, Kompetenzen usw. Beide Plattformen bieten für den Alltag eine App fürs Smartphone und letztlich die Möglichkeit, Kontaktdaten seiner Kontakte zu exportieren und direkt in anderen Anwendungen weiterzunutzen.

Unterschiede liegen primär in den Feinheiten einzelner Funktionen. Hier ein paar Punkte, die mir immer wieder auffallen:

  • hohe Kosten: Basismitgliedschaft ist kostenfrei; Premiummitgliedschaft bei LinkedIn deutlich teurer (ab 45 Euro / Monat).
  • Funktionen: hier liegen viele Unterschiede im Detail. So ist bspw. ein Nachrichtenversand an Menschen, die nicht zum eigenen Netzwerk gehören nur über kostenpflichtige „InMails“ möglich. LinkedIn garantiert allerdings eine Antwort (was aus vertrieblicher Perspektive durchaus interessant ist). Ebenso interessant für Vertriebler ist das unkomplizierte Eintragen und Bestätigen-lassen eigener Kompetenzen im Profil.
  • Anonymität: Besuch fremder Profile ist auch anonym möglich (kann in den eigenen Einstellungen ausgewählt werden).
  • Publikum: internationaler Charakter, insb. bei US-stämmigen Arbeitgebern interessant, da man hier auch die Kollegen aus Übersee findet. Die Karrierelevel sind deutlich breiter gestreut als bei Xing.
  • wenig intuitive Bedienung, insb. die Einstellungen erfordern wirklich Geduld. Mir persönlich ist Optik und Struktur von Xing sympathischer, aber an diesem Punkt teilen sich bekanntlich die Geschmäcker.
  • Integration in Dashboards und Managmentwerkzeuge wie bspw. Hootsuite sind standardmäßig verfügbar, was die gesamte Nutzung viel einfacher macht als bei Xing.
  • Stellenanzeigen: sind meiner persönlichen Erfahrung nach sehr genau auf mein Profil gemünzt und wirklich spannend (jedenfalls, wenn ich einen Job suchen würde)

Wer es selbst ausprobiert, wird noch viele weitere Feinheiten finden, die eben anders sind. Es ist also einiger Aufwand, sich an ein weiteres Netzwerk zu gewöhnen.

Praxistipps

Wer sich für ein LinkedIn-Profil entscheidet, findet reichlich Tipps und Tricks in diversen Blogs und Artikeln. Daher hier noch einige wenige Tipps, die mir persönlich wichtig erscheinen, wenngleich das meiste auch für Xing zutrifft.

  • Zusammenfassung“ im eigenen Profil nutzen: hier kann als Freitext über sich erzählt werden. Das ist in jedem Fall menschlicher als die ausgefüllten Pflichtfelder des Lebenslaufes und unterstützt das „Gefunden-werden“. (Entspricht in etwa dem „Portfolio“ von Xing.)
  • erkennbares Profilbild wählen, Gesicht zeigen und immer dran denken: LinkedIn ist ein Businessnetzwerk: Hunde, Kinder und Palmen im Hintergrund passen besser zu Facebook.
  • LinkedIn App auf dem Smartphone installieren: am Flughafen, im Stau oder Wartezimmer einfach mal neue Ansprechpartner recherchieren und herausfinden, wer die Tür zu ihnen öffnen könnte.
  • Mitmachen: LinkedIn darf durchaus als Micro-Blog für alle business-relevanten Themen genutzt werden. Die Reaktionen sind nach meiner Erfahrung deutlich höher als bei Xing. Am einfachsten geht das über Dritt-Apps wie Buffer.

Weitere Tipps finden sich z.B. bei t3n oder businesslivehack.

..mit diesen Tipps im Hinterkopf werde ich mich jetzt an die quartalsweise Überarbeitung meines eigenen LinkedIn-Profils machen…